Chronik

Wie aus einer Idee eine Institution wurde

Am 31. Mai 1977 wurde der Interessenverein des Bayerischen Staatsopernpublikums e.V. (IBS) von begeisterten Opernbesuchern gegründet.

Anlass hierfür war die gemeinsame Verärgerung der „Opernansteher“ darüber, dass offensichtlich eine Änderung der Vergabe der Eintrittskarten für die Münchner Opernfestspiele geplant war. Man befürchtete, dass es entsprechend dem Vorbild der Festspiele in Salzburg und Bayreuth nur noch schriftliche Bestellungen geben würde und wollte mit der Oper verhandeln. Da aber nicht alle verhandeln können, war die Grundidee für den Verein gefunden. Der IBS kann es sich heute als Verdienst anrechnen, dass es nach wie vor Karten für die Münchner Opernfestspiele am Schalter zu kaufen gibt.

Es gab sieben Gründungsmitglieder und einen ersten Vorstand sowie bis Jahresende schon ca. 100 Mitglieder. Seit dieser Zeit wird der IBS auch als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt, d.h. Mitgliedsbeiträge und Spenden können steuerlich abgesetzt werden.

Es bestehen gute Kontakte zum Kultusministerium, zur Staatsoper und zur Bayerischen Theaterakademie „August Everding“, zum Staatstheater am Gärtnerplatz und zum Bayerischen Staatsballett.

Großer Beliebtheit bei den Mitgliedern erfreuen sich die Gespräche mit Künstlern der Bayerischen Staatsoper und des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Innerhalb dieser Reihe waren bereits weit mehr als 300 aktive und „ehemalige“ Sänger, Tänzer, Dirigenten, Regisseure, Choreografen u.a. zu Gast. Darüber hinaus werden Einführungsvorträge zu Neuinszenierungen von Opern im National- und Gärtnerplatztheater, Vorträge über die Oper allgemein und über das Musiktheater betreffende Themen (historische Opernereignisse, fremde Opernhäuser, Berufsbilder von Mitarbeitern hinter der Bühne usw.) und Diskussionsabende veranstaltet.

Seit 1982 erscheint die vereinseigene Zeitschrift „IBS aktuell“( heute IBS – Journal ), in der über die Arbeit des Vereins informiert wird, die Künstlergespräche - kurz zusammengefasst - abgedruckt werden, und auch allgemein interessierende Beiträge über Musik, Oper und Gesang erscheinen.


Seit 1983 wurden folgende Künstler zu Ehrenmitgliedern ernannt: Heinrich Bender, Ingrid Bjoner, Inge Borkh, August Everding, Edita Gruberova, Sir Peter Jonas, James King, Hellmuth Matiasek, Aribert Reimann, Wolfgang Sawallisch, Marianne Schech, Peter Schneider, Peter Schreier, Peter Seiffert, Astrid Varnay und Konstanze Vernon, sowie Werner Lößl (Vorsitzender 1978-1981) und Wolfgang Scheller (Vorsitzender 1985-2008). Wir gedenken unserer verstorbenen Ehrenmitglieder: August Everding, Marianne Schech, James King, Werner Lößl, der im August 2006 am selben Tag verstorbenen Ingrid Bjoner und Astrid Varnay und Wolfgang Scheller.

Den Vorsitz im sechsköpfigen Vorstand führt heute Jost Voges. Eine Vielzahl von freiwilligen Helfern unterstützt den Vorstand ehrenamtlich. Das Vereinsbüro sorgt für die Betreuung der ca. 500 Mitglieder. Für die Zukunft wünscht sich der IBS eine weitere Erhöhung der Mitgliederzahl, damit er seine Aufgabe, eine Brücke über den Orchestergraben zu schlagen, noch besser erfüllen kann.

Unser 10-jähriges Jubiläum haben wir am 29.07.1987, unser 15-jähriges am 26.06.1992 jeweils mit einem festlichen Empfang gefeiert. Auch unser 20-jähriges Bestehen konnten wir am 07. Juni 1997 mit einem Festakt im Gartensaal und Garten des Prinzregententheaters begehen. Als Festschrift entstand der 1. Band mit den Berichten über alle Künstlergespräche von 1982 bis 1997. Band II erschien dann anlässlich des 25-jährigen Bestehens 2002 und enthält die Künstlergespräche von 1997 bis 2002.

Die Presse schrieb über unseren 20. Geburtstag:
SZ vom 11.6.1997: Die Oper hat immer noch gute Freunde.
Seit 20 Jahren „schlägt er eine Brücke über den Orchestergraben“: der Interessenverein des Bayerischen Staatsopernpublikums. Weil es ihn nun seit stattlichen 20 Jahren gibt, feierten die Mitglieder sehr festlich im Prinzregententheater. Im Mittelpunkt stand dabei natürlich die Musik.
AZ vom 12.6.1997: Auch Everding lobte den Opernverein.

Wie sehr vor allem Sänger, Dirigenten, Tänzer und Intendanten diesen unmilitanten Verein, der seine Eintrittskarten selbst zahlt, zu schätzen wissen, war beim Festakt zu sehen. Der russische Bassist Paata Burchuladze kam extra mit der Frühmaschine aus Hamburg, um singend für die Sympathie zu danken.

Erstmalig vergab der IBS 2001 einen Förderpreis für „Junge Stimmen“ in München. Dieser Preis ist insofern einmalig, als die Mitglieder des IBS ein Jahr lang Gelegenheit hatten, die vorgeschlagenen Künstler der Bayerischen Staatsoper, des Gärtnerplatztheaters und der Hochschule für Musik und Theater im Konzertsaal und auf der Bühne zu beurteilen. Die Preisträger sind: Adam Sanchez, Tenor am Gärtnerplatztheater, Anna Elisabeth Gabler, Sopran und Judith Gennrich, Mezzosopran, beide damals Mitglieder des Jungen Ensembles der Bayerischen Staatsoper. Die Preise wurden am 26. Oktober 2001 anlässlich eines Festaktes mit Konzert im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz übergeben.

Nach dem Wieder-Aufleben der Aktivitäten des Künstlerhaus-Vereins und dem gelungenen Umbau der Räumlichkeiten des Künstlerhauses hat sich der IBS spontan bereit erklärt, dort Mitglied zu werden. Damit hat eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus-Verein begonnen. Seit dieser Zeit finden die meisten unserer Künstlergespräche in deren Räumlichkeiten statt. Wir freuen uns über diese Kooperation und wünschen beiden Vereinen ein gutes Gedeihen und eine intensive Partnerschaft.

Mit der Ausgabe 3/2006 feierte der IBS das 25-jährige Bestehen seiner IBS-Zeitung, seit Dezember 2005 umbenannt in „IBS Journal“. Darin wurde auch über die Veranstaltung am 29.5.06 zum 85. Geburtstag der großen Sängerin Ks. Inge Borkh berichtet. Im Gartensaal des Prinzregententheaters, einer ihrer wichtigsten Wirkungsstätten, ehrten wir diese außergewöhnliche Frau mit einem persönlichen Konzertprogramm. Frau Borkh wurde zum Ehrenmitglied des IBS ernannt.
Für seine Verdienste um die moderne klassische Oper wurde der Komponist Aribert Reimann ebenfalls im Jahre 2006 zum neuen Ehrenmitglied ernannt. Beide Künstler haben sich über ihre Auszeichnung sehr gefreut.

Im November 2007 feierten wir – wieder im wunderschönen Gartensaal des Prinzregententheaters - festlich unser 30-jähriges Bestehen in Anwesenheit des Staatsministers Dr. Thomas Goppel, des Theaterreferenten Dr. Harald Jäger, der Professoren Daphne Evangelatos und Josef Loibl, sowie Ensemblemitgliedern der Bayerischen Staatsoper und einem bunten Programm mit Nachwuchskünstlern und dem Ensemble „Operassion“, das uns unser Ehrenmitglied Inge Borkh sozusagen zum Geburtstag geschenkt hat. Auch zu diesem Jubiläum erschien wieder eine Festschrift ( Band III ) mit den Künstlergesprächen von 2002 bis 2007.

Zu unserer großen Freude nahm Frau Ks. Edita Gruberova am 15.Februar 2009 anlässlich eines Künstlergesprächs im Großen Festsaal des Künstlerhauses vor ca. 350 begeisterten Zuhörern die Ehrenmitgliedschaft der „Münchner Opernfreunde“ an.

Und so hoffen wir, dass wir in unserer Chronik in Zukunft noch viele interessante Seiten aufschlagen können.